Atemberaubender Strand mit Badespaß, durchschnittlich gute Musik und Erholungsurlaub pur. Allgemeine Asozialisierung lässt deutlich nach, dafür setzt eine Gruppe junger Männer neue Maßstäbe und feiert sich in den Helene Olymp.

Helene Beach, ein Festival unbegrenzter Möglichkeiten. Tierdokumentarfilmer Daniel Falk war live dabei und berichtet von seinen Erlebnissen. Er habe Schreckliches gesehen, aber dennoch durchweg Positives in Erinnerung. Sein Interview exklusiv bei den Hosnobi News.

HN: Bevor wir zu den Einzelheiten kommen, was konnten Sie mitnehmen? Wie ist Ihr Gesamteindruck vom diesjährigen Helene Beach?

DF: Es war phänomenal, ein kultureller Schock. Die Erlebnisse sind kaum in Worte zu fassen und ich brauche immer noch Zeit, um zurück in die normale Welt zu finden. Meine Reisebegleiter waren außergewöhnliche Gentlemans, ausgestattet mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Sie mussten liefern und ich sage Ihnen: Sie haben geliefert!

HN: Wie verlief die Anreise?

DF: Giko Zee war der Fahrer der Hintour und brachte uns souverän ans Ziel. Natürlich hatte man wie immer viel zu viel Gepäck und wurde auch nicht vom Campingpersonal unterstützt. Zum Glück empfing uns Obelix mit Bollerwagen am Eingangstor. Der Bollerwagen glich Obelix wie ein Zwilling. Sie waren beide kaputt, hatten wenig an und konnten nicht sprechen. Dennoch waren wir hoch motiviert und erreichten unser Lager ohne Verluste.

HN: Wie war ihr Eindruck vom Lager?

DF: Ich war sprachlos, Luxus pur. Obelix‘s Kameraden hatten schon unsere Zelte aufgebaut, es gab eine Hängematte, Trockeneis, eine eingegrabene Wassertonne zum Getränkekühlen und eine Saloontür am Eingangsbereich. Selbst der Boden war gekehrt und ausgelegt mit zwei Teppichen. Diese Ordnung hielt natürlich nicht lange an, da wir unsere Klamotten und unseren Müll verbreiten mussten. Es fühlte sich an wie Erholungsurlaub.

HN: Viele Leute gehen aufgrund der Musik und der Liveauftritte zu Festivals. Bei Ihrer Gruppe ist das eher ein Nebenaspekt.

DF: Das ist richtig. Die Liveauftritte spielen für uns eine untergeordnete Rolle. Dennoch muss man sagen, dieses Jahr waren die Performances ziemlich schwach, teilweise sogar enttäuschend. Künstler wie Alligatoah und Finch Asozial wirkten uninspiriert und lieferten nur mäßig. Kontra K glänzte mit gefährlichen Tattoos aber nicht mit Gesang. Alan Walker spielte zu unchristlicher Zeit und wurde überhört. Selbst Lexy und K-Paul verschreckten die Menge mit Schlabberhose und zottliger Mähne. Trotzdem erfüllten die Auftritte ihren Zweck. Es wurde wild und unrhythmisch gezappelt und mitgesungen. Wir besuchten dieses Jahr überdurchschnittlich viele Liveacts und betraten Bühnen, die wir vorher noch nie gesehen hatten.

HN: Welche Musik wurde in Ihrem Lager gespielt?

DF: Giko Zee war unser DJ. Mit einer billigen Chinamusikbox ausgestattet, welche Bier, Staub und Gewaltresistent war und nach 72 Stunden Dauereinsatz immer noch eine Akkuleistung von 90% inne hatte. Seine Playlist umfasste gefühlt 4 bis 5 Lieder. Es wurde Rammstein gespielt, um zu untermauern, dass man radikal eingestellt ist. Ob rechts oder links oder beides spielte dabei keine Rolle. Des Weiteren war, aufgrund des philosophischen Textes, „Ehrenlos“ von K.I.Z. äußerst beliebt. Der absolute Nummer 1 Hit war dieses Jahr aber „Can you feel the love tonight“ von König der Löwen. Der sentimentale Liebessong wurde, ohne Übertreibung, ca. 20 Mal in der Stunde gesungen. Mehrfach flossen Tränen. Erwähnenswert sind außerdem der ArneDirk Sommerhit, Luis van Gaals Meisterrede von 2012 und Nachbar Tommy der Bär, kleiner Bruder von Tom der Bär, hat die 10 Stunden Version der Kantina Band in seinem Zelt komplett durchgezogen.

HN: Was waren Ihre Freizeitaktivitäten? Können Sie einen normalen Festivalalltag von Anfang bis Ende beschreiben?

DF: Morgens um 5 wurde man durch liebliche König der Löwen Gesänge aus seinem Schlaf geweckt. Man wünschte sich einen guten Tag und kloppte ein paar Runden Skat. Die Verlierer mussten den ein oder anderen Kirsch zu sich nehmen. Als Verdauungsgetränk gab es Premiumbier von Stephans Bräu. Das Level steigerte sich rasch wie in einem Videospiel. Das höhere Level verschaffte einem Vorteile gegenüber anderen Festivalbesuchern, welche gegen unsere Stärke machtlos waren. Man schaltete neue Skins frei, beliebt war vor allem das Adamskostüm. Die Höchstform wurde schon um 08:30 erreicht. Vormittags gingen wir dann zum See, um die erste der zwei täglichen Trainingseinheiten zu absolvieren. Johannes Malte und Giko Zee vollführten Kunststücke und bekamen dementsprechend Applaus und Lob. Der Kirsch musste nachgefüllt werden, da wir Angst vor Dehydrierung hatten. In der Mittagssonne füllten wir unsere Proteine auf und genossen Vorträge über Fitness von Johannes und über Arne Friedrich von Obelix. Der anschließende Test war schwer aber machbar. Zur Entspannung las Giko pornografische Titel vor. Die Menge schien belustigt und angewidert zugleich. Vor allem der Roman über einen inkontinenten Opa, der von seiner jungen Pflegerin unsittlich berührt wurde, bekam großen Zuspruch. Nach einer zweiten Erfrischung im Helene See gab es Kaltgetränke mit Limetten. Langsam kamen wir in Form. Als wir uns für das Festivalgelände fertig machten, fragten die Leute meist ob alles in Ordnung sei, weil keiner von uns mehr nackt war. Solche Fragen wurden von Johannes Abwehrmechanismus abgeblockt, in dem er mit „Ich bin drogenabhängig“ antwortete.

HN: Waren denn Drogen im Spiel?

DF: Die Frage kam tatsächlich sehr oft, aufgrund der andauernden Form einiger Akteure. Ich kann Ihnen versichern, Drogen waren nicht im Spiel! Es war ein Mix aus alkoholischen Getränken und jahrelangem Training.

HN: Was machte das Level dieses Jahr so außergewöhnlich?

DF: Die Aktivitäten waren tatsächlich ähnlich wie die aus den letzten Malen, fast schon ein Best-Of aus mehreren Jahren Helene Beach. Die Krönung war die komplette Nacktheit und die völlige Befreiung jeglicher Hemmungen.

HN: Und wie reagierte der durchschnittliche Festivalbesucher auf dieses Unterhaltungsprogramm?

DF: Ich bin froh, dass Sie das fragen. Dieses Thema liegt mir besonders auf dem Herzen. Die Festivalbesucher waren dieses Jahr im Durchschnitt deutlich jünger als sonst, 18-20 Jahre alt und dementsprechend nicht sehr erfahren. Sie schimpften sich „Camp Asozial“, doch alles was sie taten war Bierpong spielen und Leute mit Wasserpistolen nass spritzen. Was ist daran asozial? Genau, überhaupt nichts! Sie belächelten uns, waren teilweise angewidert und blickten von oben herab. Aber ich sag Ihnen was, wenn diese Leute auf das Festival zurückblicken oder davon berichten, wird ihnen nur Eins im Gedächtnis bleiben! Nicht der Strand, die Musik oder Bierpong! Sie werden sich an uns erinnern! Sie werden Geschichten von Johannes dem nackten Athleten, Giko dem Ungeheuer und Obelix erzählen. Sie werden sich an Flo erinnern, der jeden und alles anpöbelte und an Blondschopf, der als Einziger in der Lage war die Bestien zu zähmen. Ohne uns wär das Festival für sie ein stinknormales Wochenende! Dieser langweilige Haufen von Jugendlichen versteht nicht wie man wirklich lebt und Spaß hat. Es ist eine Schande! Ich sehe schwarz für die Zukunft von Helene.

HN: Haben Sie auf dem Festival bekannte Persönlichkeiten getroffen?

DF: Spontan fällt mir nur die Hosnobi Größe Brise ein. Ein sehr sympathischer und bodenständiger Geselle. Ansonsten hielt sich die Prominenz bedeckt. Gerüchten zu Folge soll auch Sasha präsent gewesen sein.

HN: Wie verlief die Abreise?

DF: Nach 7 Stunden Alkoholabstinenz absolvierten Flo und ich den Alkoholtest der Polizei auf dem Gelände. 0.0 war das Ergebnis, die Belohnung für jahrelanges Training. Die Fahrt verlief gut, Giko stieg mehrmals aus, um die schöne Landschaft zu genießen. Johannes freute sich darauf, sauber geschrubbt zu werden.

HN: Ihr abschließendes Fazit?

DF: Es ist nur schwer vorstellbar diese Form jemals zu toppen. Wir haben alles erreicht, keiner wurde schwer verletzt und viele Geheimnisse kamen ans Licht. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass die junge Generation etwas weltoffener wird und Festival auch als Festival versteht und lebt. Ich werde wiederkommen! Ob mit der selben Truppe steht in den Sternen.

Wenn Sie mehr über das diesjährige Helene erfahren wollen, besuchen Sie unsere Seite weiterhin. In den nächsten Wochen wird es die ein oder andere „Helene Beach Sidestory“ geben.

Kategorien: FestivalHosnobi

5 Kommentare

Anonyme Elfe · Juli 31, 2019 um 3:58 pm

Verstörend, man kann von Glück reden das Ihnen Herr Falk nichts weiter passiert ist. Gibt es schon aktuelle Impfungen dagegen?

    danielfalk · Juli 31, 2019 um 4:04 pm

    Leider gab es bis jetzt nicht genug Probanden um einen hundertprozentigen Schutz zu garantieren.

Obelix · Juli 31, 2019 um 6:57 pm

Ich habe Tränen in den Augen. Tränen vor Lachen, aber auch vor Wehmut, dass die 5 Tage wie im Fluge vergingen.

Danke Herr Falk für diese großartige Dokumentation der Geschehnisse.

Und wenn er sich heute Nacht verliebt…

Fallenkarten Fanatiker · Juli 31, 2019 um 7:11 pm

Wird das Interview noch als Video veröffentlicht oder wurde es schon bei Spotify hochgeladen ? Immer wieder sehr interessant und lehrreich über neue Lebensformen und Kulturen von Ihnen zu erfahren Herr Falk! Bitte veröffentlichen Sie weiterhin so fleißig,komplinent für denn konstanten Grind.

Alexander Schmitt · März 15, 2020 um 12:51 am

Der Artikel ist gut, aber nur für Anfänger, in das Thema kriechen sein kann.
Wenn Sie mehr wissen wollen oder woanders
suchen, es sei denn, der Autor muss sich ein wenig trainieren.

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